Nasennebenhöhlenentzündung in der Schwangerschaft: Was tun bei Sinusitis?

Bei kalten Temperaturen drohen verstopfte Nasen und die Gefahr einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Für Schwangere sind Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung problematisch: Eine Behandlung soll das Baby nicht gefährden. Ohne Behandlung bestehen jedoch Risiken für Mutter und Kind. Zur Bekämpfung der Nasennebenhöhlenentzündung eignen sich Hausmittel und Naturheilmittel wie zum Beispiel salzhaltige Nasenspülungen. Homöopathische Mittel lindern ebenfalls die Beschwerden.

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Wenn wir von Nasennebenhöhlen sprechen, denken wir automatisch an die beiden Kieferhöhlen rechts und links der Nase. Sie sind auch die beiden größten Nasennebenhöhlen, aber nicht die einzigen. Die beiden Stirnhöhlen oberhalb der Augenbrauen, die beiden Siebbeinhöhlen zwischen Nase und inneren Augenwinkeln und die Keilbeinhöhlen im hinteren Nasen-Rachenraum gehören auch dazu. Mit Ausnahme der Keilbeinhöhlen, die eher selten von einer Infektion betroffen sind, können sich alle Nasennebenhöhlen entzünden. In den meisten Fällen geht der Sinusitis, wie der Arzt die Nasennebenhöhlenentzündung nennt, ein Schnupfen voraus. Und das ist im Herbst schnell geschehen.

Herbstzeit – Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung drohen

Nasskaltes Wetter draußen und trockene Wärme drinnen sind eine Strapaze für die Schleimhäute der Nase, die dann ihre Abwehrfunktion nicht mehr richtig erfüllen. Das beginnt schon im Herbst: Mittags können wir noch in der Sonne im Straßencafé sitzen; dass es schnell kälter geworden ist, merken wir erst, wenn wir so richtig durchgefroren sind. Kälte allein kann zwar keine Erkältung auslösen, aber sie macht das Immunsystem angreifbar und Schnupfenviren, die überall lauern, haben leichtes Spiel. Dass sich aus Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt hat, erkennt man daran, dass zur verstopften Nase Kopfschmerzen hinzukommen, die sich verschlimmern, wenn man sich bückt. Aber auch Fieber, Sehstörungen und Gesichtsschwellungen können auftreten.

Sinusitis in der Schwangerschaft: Schnupfen als Ursache

Schätzungsweise 30 Prozent der Schwangeren leiden unter einem vermutlich hormonell bedingten Schwangerschaftsschnupfen, der sich wie der erkältungsbedingte Schnupfen zu einer Sinusitis entwickeln kann, wenn durch die verstopfte Nase das Sekret aus den Nasennebenhöhlen nicht abfließt. In diesem Sekretstau siedeln sich schnell Keime an und verursachen eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Eine bakterielle Beteiligung findet in der Regel dann statt, wenn sich Bakterien auf einer virusbedingten Entzündung ansiedeln. In diesem Fall spricht man von einer Sekundärinfektion oder einer bakteriellen Superinfektion.

Akute und chronische Sinusitis

Im Gegensatz zur akuten Sinusitis, die von einer Erkältung oder dem Schwangerschaftsschnupfen stammt, sind die Ursachen für eine chronische Sinusitis auch Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand, die die Nasengänge eng machen und manchmal operativ korrigiert werden. Sind die Nasenschleimhäute wegen einer Allergie geschwollen, hilft eine antiallergische Behandlung. Doch gerade da besteht für Schwangere das Problem: Ein operativer Eingriff und viele sonst übliche Medikamente sollten in der Schwangerschaft nach Möglichkeit vermieden werden. Aber eine Nasennebenhöhlenentzündung unbehandelt zu lassen, birgt ebenfalls Risiken. Dabei treten Komplikationen eher bei einer chronischen Sinusitis auf, seltener bei einer akuten Sinusitis, doch es besteht immer die Gefahr, dass sich die Entzündung auf benachbartes Gewebe ausbreitet. Kehlkopfentzündungen, Bronchitis, Sehstörungen, Sehverlust oder Hirnhautentzündungen sind seltene, aber mögliche Folgen.

Hausmittel gegen Nasennebenhöhlenentzündung

Bewährte Hausmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung, die der Mutter guttun und dem Baby im Mutterleib nicht schaden, sind Nasenspülungen mit speziellen Salzlösungen aus der Apotheke. Dort gibt es auch Nasensprays mit Salzwasser zum Befeuchten der Nasenschleimhäute zwischendurch. Inhalationen mit Wasser- oder Kamillendampf erleichtern die Atmung, auf ätherische Öle für die Inhalation sollte in der Schwangerschaft eher verzichtet werden. Ausreichend Mineralwasser oder Früchtetees trinken verflüssigt auch festsitzenden Schleim und hilft dabei, Viren und Bakterien auszuschwemmen. Wohltuend ist auch eine gleichmäßige Raumtemperatur, die nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt sein soll. Regelmäßiges Lüften tut ebenfalls gut. Außerdem lohnt es sich, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zwischen 40 und 60 Prozent zu halten, zum Beispiel durch Trocknen von Wäsche. Und wenn es der Gesundheitszustand erlaubt, sollten Betroffene so oft wie möglich raus an die frische Luft und kleinere Spaziergänge machen, auch bei Schmuddelwetter. Mit der richtigen Kleidung ist das kein Problem.

Rotlicht bei Erkältung in der Schwangerschaft?

Als natürliches Mittel gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung gilt bis heute das Infrarot-Licht. Daher nutzen viele Menschen eine Rotlicht-Lampe, um die Entzündung in den Nasennebenhöhlen zu lindern. Das auch als Tiefenwärme bezeichnete Rotlicht im Infrarotbereich liegt zwischen dem sichtbaren Licht und den für das menschliche Auge unsichtbaren Mikrowellen. Das Licht gelangt ein paar Millimeter unter die Haut. Zwar besteht die Möglichkeit, dass von Rotlicht tatsächlich lindernde Effekte ausgehen. Allerdings fehlen aufgrund zu weniger Studiendaten hierfür die Belege.

Nasennebenhöhlenentzündung in der Schwangerschaft behandeln

Wenn die Hausmittel nicht ausreichen, um die Symptome zu lindern und schwangere Frauen stark unter der Nasennebenhöhlenentzündung leiden, kann der Arzt helfen. Bei der Therapie der Sinusitis in der Schwangerschaft gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen, schließlich soll das Baby durch die Behandlung nicht gefährdet werden. Speziell die ersten drei Schwangerschaftsmonate stellen eine besonders empfindliche Phase der kindlichen Entwicklung dar. Deshalb ist das erste, was Schwangere schon bei einem gewöhnlichen Schnupfen tun sollten, der Gang zu ihrem Arzt. Er kann neben Tipps zu bewährten Hausmitteln auch gut verträgliche, meist homöopathische Mittel empfehlen, die die Symptome lindern und den Heilungsprozess beschleunigen. Dabei wird er in der Regel Tabletten und Globuli den Vorzug geben vor Tropfen, die Alkohol enthalten.

Homöopathie in der Schwangerschaft

Homöopathische Mittel, die laut der Sächsischen Landesapothekerkammer auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden können, sind zum Beispiel Nux vomica D6, wenn tagsüber die Nase läuft und sie abends verstopft ist. Ferrum phosphoricum D6 wird vorzugweise bei dünnflüssigem Schnupfen und Ohrenschmerzen gegeben; ist der Schleim jedoch zäh, gelblich grün und verursacht eine wunde Nase, hilft Hydrastis canadensis D6. Bei zähem gelbem Schleim, der zu Krustenbildung neigt, hat sich Kalium bichromicum D6 bewährt.

Zusätzlich gibt es homöopathische Komplexmittel, die sowohl gegen Schupfen als auch gegen Sinusitis wirksam und so gut verträglich sind, dass sie auch zur Behandlung von Kleinkindern und Säuglingen verwendet werden (zum Beispiel Sinusitis Hevert SL Tabletten). Der behandelnde Arzt weiß, wann solche Mittel auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden können. Sie bekämpfen die Entzündung in Nase und Nebenhöhlen und haben darüber hinaus eine abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut.

Naturheilkundliches Arzneimittel bei Schnupfen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Pflichtangaben

Sinusitis Hevert SL  Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraumes und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Quellenangaben

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